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Eine jüdische Hochzeit

Heiraten! In jeder Religion und in jedem Land wird gerne geheiratet. Eine jüdische Hochzeit hat verständlicherweise ihre eigenen Bräuche und Rituale, die vom Brautpaar auch heute noch gerne eingehalten werden. Egal, um welche Religion es sich auch handelt, dem Heiraten wird eine große Bedeutung zugemessen, so auch im Judentum.

Der jüdischen Tradition wird Beachtung geschenkt

Denn bei den Juden gilt die Ehe als heilig. Paare, die im Judentum in einer Lebensgemeinschaft leben, gelten als nicht vollkommen. In der jüdischen Schrift ist zu lesen: Erst eine Frau bringt ihrem Mann Freude, Glück und Seligkeit. Als eheliche Pflicht gilt das Zeugen von Nachkommen, denn es heißt: Seid fruchtbar und mehret Euch und füllet die Erde. Erst wenn man als Paar verheiratet ist, wird die Phase des Lebens erreicht, die wertvoll und bedeutsam ist. Aber Israel erlebt einen Wandel und der Großteil der Bevölkerung lebt bereits ein modernes Leben, ein modernes Leben, das auf den Ringtausch nicht verzichten kann. Liebgewonnene Traditionen werden dem aktuellen Leben angepasst.

An einem Samstag wird nicht Hochzeit gefeiert

Wird nach jüdischen Regeln Hochzeit gefeiert, wird die Hochzeit niemals an einem Samstag ausgerichtet. Samstag ist Sabbat, der Tag der Ruhe. Wer ausgelassen feiern möchte und dem Sabbat seine Ruhe gönnt, der sucht sich besser einen anderen Tag aus. Laut Tora, der jüdischen Bibel, gilt der Dienstag als Tag der Schöpfung. Also wird der Dienstag gerne als Tag der Hochzeit auserwählt. Denn die Überlieferung besagt: Gott sah, dass es gut war. Und das war an einem Dienstag.

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Zwischen Pessach und Schawuot ist es den jüdischen Paaren untersagt zu heiraten. Diese 7 Wochen zwischen Pessach und Schawuot gelten als Zeit der Trauer. Nur an einem einzigen Tag, der sich LAG-BaOmer nennt, wäre eine Trauung erlaubt. Er ist der 33. Tag in dieser Zeitspanne. Geheiratet wird auch nicht in den 10 Tagen zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur. Diese 10 Tage gelten als die Zeit der ernsten und tiefen Besinnung.

Das Bad der Braut – Mikwe

Einige Tage vor der Hochzeit taucht die Braut in ein Bad mit Regenwasser (Mikwe) unter. Die Braut muss ganz rein sein, bevor sie das Mikwe Bad zu sich nimmt. Sie taucht ganz unter und wird vom Regenwasser bedeckt.

Es ist auch üblich, dass die Braut ihren Bräutigam einige Tage vor der Hochzeit nicht sieht. Somit steigt die Wiedersehensfreude am Hochzeitstag ins Unermessliche. Die Sehnsucht zueinander wächst, das ist die Absicht, die dahintersteckt.

Das Formelle an jüdischen Hochzeiten – Ketuba

Bevor der große Tag der Eheschließung ansteht, überprüft der Rabbiner, ob das Brautpaar in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander steht, denn das ist nicht erlaubt.

Vor den Festlichkeiten muss noch der Heiratsvertrag (die Ketuba) unterzeichnet werden. Das ist bei jüdischen Hochzeiten meist Männersache. Im Vertrag wird symbolisch ein Betrag festgesetzt, den der Bräutigam für seine Braut bezahlt. Damit verpflichtet er sich, für sie zu sorgen. Die Ketuba wird nach der Unterzeichnung laut vorgelesen. Nach jüdischem Gesetz darf die Braut nicht mit ihrem Bräutigam gemeinsam leben, bevor ihr nicht dieser Vertrag ausgehändigt wurde.

Die Feierlichkeiten dürfen beginnen – Masel tov

7 x umkreist die Braut ihren Bräutigam, bevor sie neben ihm ihren Platz einnimmt. Für das Brautpaar wird ein Hochzeitsbaldachin aufgestellt, er gilt symbolisch als gemeinsames Dach und Haus, in das beide einziehen werden.

Es ist soweit. Braut und Bräutigam schreiten zum Chuppa, dem Hochzeitsbaldachin. Die Feierlichkeiten werden von einem Rabbiner zelebriert. Das Brautpaar findet sich unter dem Chuppa aus Samt und Seide ein und zeigt stolz den Ehevertrag her, danach erhebt der Rabbiner ein Glas Wein und erbittet Gottes Segen für das Paar. Beide trinken aus dem gleichen Becher. Ein weiterer großer Moment folgt, der Bräutigam hebt den Schleier seiner Braut. Wenn der Schleier aus dem Gesicht der Braut gehoben wird, wenn sich das Brautpaar von Angesicht zu Angesicht bewundert, dann ist wohl der Höhepunkt der jüdischen Hochzeit erreicht.

Der Ehering gilt als Geschenk vom Mann an seine Angetraute. Er steckt ihr den Ehering am rechten Zeigefinger an, dabei gibt er folgendes Versprechen: Du bist mir zugesprochen nach dem Glauben von Moses und Israel. Später steckt sich die Braut den Ring an den Ringfinger.

Die Segenssprüche werden laut vom Rabbiner gesungen. Das Zerbrechen eines Glases durch den Fuß des Bräutigams folgt. Es soll an die Zerstörung des 2. Tempels in Jerusalem erinnern. Zum Schluss der offiziellen Feierlichkeiten erfolgt der Hochzeitskuss und eine ausgelassene Feier kann beginnen.

Die Hochzeitsgäste lassen das Brautpaar und ihre Eltern sprichwörtlich hochleben und tragen sie bei der Eröffnung der Feier auf Händen.

In diesem Sinne:

Masel tov – Viel Glück!

 

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