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Die Bräuche und Traditionen einer polnischen Hochzeit

Jeder kennt das Sprichwort: „Andere Länder, andere Sitten“ und genau dies trifft auch auf eine Hochzeit zu. Jedes Land hat andere Bräuche und Traditionen, wenn es ums Heiraten geht. Wie sich die polnischen gestalten, dies wird nun aufgezeigt.

Bereits die Verlobung gestaltet sich anders

Da das polnische Volk mit dem Glauben sehr eng verwurzelt ist, nimmt dieser bereits Einfluss auf die Verlobungsfeier. Die Braut erhält ihren Verlobungsring bei der Verlobungsfeier, bei der die ganze Familie anwesend ist. Der Ring wird mit einem Kreuz und einem gefüllten Schälchen mit Weihwasser auf einem weiß gedeckten Tisch gelegt. Der Trauzeuge segnet die Verlobungsringe und stellt folgende Fragen: Seid Ihr aus eigenem Willen hier und habt Ihr um den Segen der Familie gebeten? Wurden die Fragen mit JA beantwortet, wird die Verlobung des Paares als offiziell angesehen. Danach folgt ein großes Fest mit gutem Essen, das beiden Familien die Gelegenheit bietet, sich besser kennenzulernen.

 

Der Junggesellenabschied – Wieczory kawalerskie

Der Junggesellenabschied findet direkt am Abend vor der Hochzeit statt. Der letzte Abend in Freiheit wird von Braut und Bräutigam auf unterschiedliche Art gefeiert. Der Junggesellinnenabschied wird meist im trauten Heim vollzogen, wo noch letzte Vorbereitungen getroffen werden. Während der Bräutigam seinen Junggesellenabschied außer Haus feiert.

 

Die Hochzeit

Hochzeiten in Polen dauern oft ein ganzes Wochenende an. Samstag und Sonntag stehen dann ganz im Zeichen des Brautpaares. In Polen wird auch nicht der Wonnemonat Mai für Hochzeiten genutzt, sondern die Zeit, wo die meisten Hochzeiten stattfinden ist, die Oster- und die Weihnachtszeit. Aber gerne werden auch die Sommermonate Juni, Juli und August dafür hergenommen. Da das polnische Brautpaar von jeher darauf achtet, dass in ihrem Heiratsmonat kein R versteckt ist.

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Die Hochzeitszeremonie

Der Segen der Eltern

Der Bräutigam holt seine Braut vom Haus ihrer Eltern ab. Er wird meist von einer kleinen Kapelle begleitet, die traditionelle polnische Hochzeitslieder spielt. Der Segen durch die Eltern wird hier noch einmal erteilt, bevor es zum Standesamt und dann weiter zur kirchlichen Trauung geht. Das Brautpaar schreitet Hand in Hand zum Traualtar. Hinter dem Bräutigam gehen die Männer der Hochzeitsgesellschaft, hinter der Braut folgen die Frauen. Brautjungfern gibt es hier zu Lande keine.

Wodka schafft Abhilfe

Die Fahrt zum Standesamt und der Kirche wird meist von der Familie und von Freunden blockiert. Damit der Weg wieder freigegeben wird, schafft ein Gläschen Wodka Abhilfe.

Der Münzenwurf

Beim Auszug von Braut und Bräutigam werden diese mit Münzen beworfen. Der Überlieferung nach, wird der, der die meisten Münzen gesammelt hat, künftig das Sagen haben.

Blumen über Blumen

Bei polnischen Hochzeiten wird weder an Wodka noch an bunten Blumen gespart. Jeder Hochzeitsgast hat einen Blumenstrauß bei sich, den er bei der Gratulation der Braut übergibt. Mit diesen Blumen wird dann das Zuhause der Brautleute verschönert. Der farbenprächtige Blumenschmuck soll für eine romantische Hochzeitsnacht sorgen.

 

Die Hochzeitsfeier

Brot, Wodka und Salz

Ist das Brautpaar an ihrer Hochzeitslocation – Dom Weselny –  angekommen, wird es mit Brot, Wodka und Salz in Empfang genommen. Braut und Bräutigam essen das Brot, als Zeichen, dass es ihnen in Zukunft an nichts fehlt. Sie trinken Wodka und werfen das geleerte Glas nach hinten. Die Scherben der Wodkagläser werden vom Brautpaar gemeinsam aufgekehrt. So wird dem Brautpaar eine schöne Zeit vorausgesagt. Die Verkostung des Salzes symbolisiert, dass die Ehe nicht nur süße Seiten an sich hat.

Über die Schwelle tragen

In Polen wird darauf sehr großen Wert gelegt, dass die Braut von ihrem Mann über die Schwelle getragen wird. Ist diese Aufgabe verrichtet, wird gemeinsam mit der Hochzeitsgesellschaft auf das Glück der Brautleute angestoßen.

Gorzko  – Die Aufforderung an das Brautpaar

Das Brautpaar wird von den Gästen ständig mit den Worten Gorzko animiert, sich zu küssen. Wird dieses Wort gerufen, ist der nächste Kuss fällig. Das Wort trägt die Bedeutung bitter. Die Küsse richten sich also gegen die Bitterkeit.

Der Schleierwurf

Ein angesagter Brauch in Polen ist der legendäre Wurf des Schleiers. Die Junggesellinnen dürfen ihn auffangen. Anschließend ist der Bräutigam daran, seine Krawatte oder Fliege unter die Junggesellen zu werfen. Wer Schleier oder Fliege auffängt, dem wird als nächstes eine Hochzeit bevorstehen.


Poprawiny wird am darauffolgenden Tag gefeiert

Mit dieser Feier gehen die Hochzeitsfeierlichkeiten weiter.

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Die Hochzeitsrede

Ein hübsches Brautpaar, große Gefühle, eine emotionale Stimmung und große Worte dürfen auf keiner Hochzeit fehlen.

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